Margarine ein Ernährungsirrtum

Die Popularität der Margarine gegenüber der Rohmilch Butter ist ein Triumph der Werbung über den gesunden Menschenverstand. Das Margarine gesünder ist als Butter stimmt sicher nicht. Für die Figur enthält beides gleichviel Fett ca 80%. Der entscheidene Unterschied liegt an der Art der Fette. Butter enthält mehr natürliche gesunde Fette, Margarine mehr künstlich veränderte Fette.

Margarine, Kunstbutter, ist ein industriell hergestelltes Streichfett. Sie dient als Ersatz für Butter und Schmalz. Ihr gesundheitlicher Wert ist Gegenstand kontroverser Debatten. [Wikipedia]

Die Entstehungsgeschichte der Margarine

In Frankreich gab es im 16. Jahrhundert einen Mangel an Butter. Im Jahr 1867 gab Napoleon der III dem Chemiker Hippolyte Mège-Mouriès den Auftrag einen billigen Butterersatz zu erfinden. Das Material der ersten Margarinefabrikation war Nierenfett, das geschmolzen gereinigt und schliesslich durch Pressen von Stearinbestandteilen befreit und mit Milch zu einem festen Fett verbuttert wurde. Aber während der Belagerung von Paris durch das deutsche Heer machte man eine Erfahrung, die Zweifel an der Vollwertigkeit des Butterersatzes hätte wecken sollen. Die Auswirkung dieser künstlichen Maragarine auf die Gesundheit der Kinder war fürchterlich. Der bedeutende Chemiker J.B.A. Dumas hielt dieses vollständige Versagen in einer 1871 erschienenen Schrift fest. Er kam zum Schluss, dass in diesem Kunstprodukt irgendein lebenswichtiger Stoff fehlen musste.
Die Gebrüder Jürgens aus Holland übernahmen mit grossem Interesse die Weiterentwicklung der Margarine. 1871 entstand im holländischen Städchen Oss die erste Margarinefabrik. Das Hauptgeschäft war in Engeland, wo Kunstbutter reissenden Absatz fand. Schon im Jahr 1883 wurden 40.000 Tonnen Margarine nach Grossbritannien geliefert.
Damit wurde der Grundstein für die Industriealisierung bis heute gelegt.
Die Kunstbutter wurde fortwährend verbessert. Das Rohmaterial war hauptsächlich amerikanisches Schweinefett. Dann kam Walöl dazu und aus den Tropen pflanzliche Rohstoffe wie Palmöl, das Fett von Kokos und Erdnüssen. 1918 bemerkte Lord Levenhulme, Chef der Lever-Dynastie: "Wir zogen nach Westafrika und an den Kongo und auf die Salomoneninseln, um unseren Bedarf an Ölen und Fetten zu decken."

In kurzer Zeit hatte sich die Versorgung mit diesen Fetten in Europa weit verbreitet. Um den Wal zu jagen, waren ganze Flotten in arktischen Gebieten unterwegs. Allein der jährliche Bedarf an Wahlöl betrug 450.000 Tonnen. Kopra, das ölhaltige Kernfleisch der Kokospalme, kam von der Südsee mit ganzen Schiffsladungen. Palmöl und Palmherzen wurden in riesigen Mengen aus Westafrika und dem Kongo geliefert.
Interessanter Weise ist Rohmaterial wie Kobra und Palmöl reich an Vitaminen. Es gehört zu den reichsten Quellen für Karotin(Pro-VitaminA), welches leider durch das gewaltsame Härtungsverfahren zerstört wird.
Erst durch die Erfindung der Ölhärtung wurde eine Verarbeitung des Walöls und anderer billiger Pflanzenöle möglich. Von Natur aus sind diese Öle viel zu flüssig, um daraus eine feste Margarine herzustellen. Der damalige Prozess der Härtung unterscheidet sich nicht sehr vom heutigen Prozess.
Schon vor dem ersten Weltkrieg schritt die Entdeckung der Vitamine voran. Im Jahr 1914 suchte man nach Möglichkeiten, Lebensmitteln Vitamine zuzuführen. William Lever, der Besitzer von Lever Brothers in England, brachte 1927 die erste Margarine heraus, die nach der Produktion mit Vitamin A und D angereichert worden war. Im Jahr 1935 wurde mit Vitamin angereicherte Margarine durch industrielle Fertigung sehr preiswert auf dem Markt angeboten. Von da an stieg der Margarine Verbrauch ziemlich stark an.

Quelle: Judith Mudrak-Wasem
Milch ist nicht gleich Milch - Seite 60

Was geschieht bei der Margarineherstellung heute?

Da wundert mich nichts mehr!!!!
Die Hydrogenierung oder Härtung - das ist der Prozess, aus den bei Raumtemperatur flüssigen mehrfach ungesättigten Ölen ein bei Raumtemperatur festes Fett macht, also Margarine oder Backfette. Die Industrie verwendet dazu die billigsten Öle aus Soja, Mais, Sonnenblumen, Baumwollsamen, Canola, die bereits durch die Extraktion ranzig geworden sind.
Der wahnwitzige Prozeß der industriellen Ölgewinnung.
Die Öle werden mit winzigen Metallpartikeln vermischt, in der Regel sind das Nickel-Oxiden. Dieses Öl mit dem Nickel Katalisator wird nun in einem Hochdruck und Hochtemperatur Reaktor einer Wasserstoff Atmosphäre ausgesetzt. Als nächstes werden Seifenähnliche Emulgatoren und Stärke in die Mixtur gepresst um die Konsistenz zu erhöhen. Bei der anschließenden Dampfreinigung wird das Öl ein weiteres mal einer hohen Temperatur ausgesetzt. Diese Reinigung entzieht dem Öl den schlechten Geruch. Die so entstandene Margarine hat eine unansehnliche graue Farbe, weshalb sie gebleicht wird. Nun müssen noch Farbbeizen und starke Geschmacksstoffe hinzugefügt werden, damit sie dem Butter ähnelt. Zum Schluss wird sie in Blöcke gepresst um dann als gesundes Nahrungsmittel verkauft zu werden. Cholesterin senkend und was weis noch alles. Eine Märchendiagnose. Foodwatch wettert schon seit Jahren dagegen an aber Unilever erklärt Foodwatch stelle die Fakten in falschen Zusammenhang und ignoriere den Stand der Forschung. Ende der Depatte.

Tierische Fette gelten als Dickmacher

Pflanzliche Fette werden als die gesunde Alternative empfohlen. Dahinter stehen massive wirtschaftliche Interessen, mehr Margarine und pflanzliche Öle zu verkaufen. Es war eine einfache Strategie die tierischen Fette einschließlich Butter abzuwerten um dadurch vor allem die Margarine aufzuwerten. Das ist heute noch in manchen Grundregeln sogenannter Ernährungsbereater enthalten, keine tierischen Fette, kein fettes Fleisch und dafür viele Kohlenhydrate.
Aber von tierischen Fetten auf Margarine umzusteigen ist ein Ernährungsirrtum den man täglich auf den Straßen sehen kann, wenn es so wäre wie es uns die Industrie über die Werbung jeden Tag einbläut, wieso sind dann so viele dicke Menschen unterwegs. Besonders schlimm finde ich was wir unseren Kindern damit antun. Fettleibigkeit ist kaum mehr reparabel.
Margarine wird in einem technisch sehr aufwendigen Verfahren gebleicht und unter sehr hohen Druck erhitzt und gehärtet. Damit ist die Struktur so verändert das sie mit der ursprünglichen Pflanze nichts mehr zu tun hat. Durch das Verfahren entstehen Strukturen die in der Natur gar nicht vorkommen - sogenannte Transfettsäuren - diese sind mit Sicherheit ungesünder als das natürliche tierische Fett.

Butter läuft der Margarine wieder den Rang ab

Eine positive Entwicklung - Butter läuft Margarine den Rang ab - 07.12.2012
In Österreich behauptet sich Butter immer mehr vor der Margarine. Der Butterverbrauch pro Kopf ist auf 5,9 kg / Jahr angestiegen während der Margarineverbrauch pro Kopf auf 3,4 kg / Jahr gesunken ist. Das deutet auf ein starkes Umdenken der Verbraucher hin.
Auch in Deutschland gewinnt Butter zunehmende Marktanteile. Der Verbrauch von Margarine geht hingegen zurück.
2011 hat jeder Bundesbürger nach den Berechnungen der BLE 6,1kg Butter verbraucht. Das waren um 300g mehr als im Jahr zuvor.
Anders ist die Entwicklung bei Margarine verlaufen. Seit 2000 sind kontinuierliche Rückgänge des Verbrauchs festzustellen. 2011 sank der Verbrauch auf 4,9 kg. Damit reduzierte sich der Verbrauch seit 2001 mit 6,5 kg auf unter 5 kg im Jahr 2011.


Red 05.04. 2017 - Experten und Quellenverzeichnis