Kraftfutter zerstört Lebensräume

Dort wo einst dichtes Grün wucherte, erstrecken sich jetzt riesige Soja-Felder von oft mehreren tausend Hektar Größe. Soja wird als Tierfutter für Geflügel, Schweine oder Kühe nach Europa exportiert. Der Amazonas ist aber unsere Lunge. Heute muss eine Kuh 20.000 Liter Milch im Jahr liefern, früher war man mit 4.000 Liter zufrieden. Für die Kühe ist Kraftfutter Doping. In kleinen Mengen gut aber die Kühe bekommen oft mehr Kraftfutter als herkömmliches Futter. Das Kraftfutter besteht aus Getreide, Resten der Zucker und Stärkeherstellung, Mais, Raps und Soja. Was das Tiermehl, geriebene Knoche und Fleisch anrichtete haben wir am BSE ja erlebt.

Unsere Themen zum Kraftfutter

Wir essen Amazonien auf
Alles zielt auf die Milchleistung
Einflussfaktor von Kraftfutter auf die Rohmilch
Die Kuh ist für Rauhfutter gemacht
Es geht auch ohne Kraftfutter
Eine Milchkuh ernährt einen Menschen
Schon vor 20 Jahren erschien der Nachruf auf Dolores

Alles zielt auf die Milchleistung

Kurz gefasst die Milchleistung einer Kuh für wirklich gute Rohmilch sollte 25 Liter am Tag nicht wesentlich übersteigen. Zugegeben das ist eines der schwierigsten Themen der Rohmilch. Die Milchleistung ist für alle Milchbetriebe ein tägliches Thema. Konventionelle Milch ist im Überfluss vorhanden und verursacht einen beinharten Preiskampf.
Der Milchpreis ist im Keller. Die Konventinellen Bauern sind gezwungen, aus den Kühen das Letzte heraus zu holen, wollen sie Gewinn erwirtschaften.
Die Milchkühe heute sind Hochleistungssportler – bei rund 12.000 Litern Milchleistungssoll pro Jahr und Kuh liegt die Messlatte. Vor nicht allzu langer Zeit waren die Bauern mit 4.000 Litern je Tier zufrieden. Im Laufe eines Lebens liefern sie 100.000 Liter und mehr - das sind mehr als drei Sattelzüge Milch. Weitgehend unbekannt – nach knapp fünf Jahren sind die Akkus der Hochleistungstiere leer. Sie wandern auf den Schlachthof. Eine artgerecht gehaltene Kuh hat dagegen eine Lebenserwartung von rund 20 Jahren.

Wir essen Amazonien auf

Der Amazonas-Regenwald ist der größte tropische Urwald der Erde. Er ist nicht nur Lebensraum von Menschen, Tieren und Pflanzen; sondern er reguliert das Klima, reinigt die Luft, filtert Wasser und verhindert Erosion. Doch wo einst dichtes Grün wucherte, erstrecken sich jetzt riesige Soja-Felder von oft mehreren tausend Hektar Größe. Soja wird als Tierfutter für Geflügel, Schweine oder Kühe nach Europa exportiert. Der große Appetit auf billige Milch und billiges Fleisch ist mitverantwortlich für die Zerstörung des Regenwaldes und die Verletzung der Menschenrechte in Amazonien. >>> Wir essen Amazonien auf

Einflussfaktor Kraftfutter auf die Rohmilch

Kühe sind Hochleistungssportler. Bei der Zufütterung ist zu unterscheiden, was tut den Kühen gut und was ist Doping. Ein Vernünftige Zufütterung speziell im Winter ist für die Gesundheit der Kühe förderlich und notwendig. Darüber weiß der Landwirt auch genau Bescheid.
Ein gefährlicher Kreislauf beginnt
Durch Zucht und veränderte Fütterung wurde die Milchleistung der Kühe in den vergangenen Jahren deutlich angehoben. Um eine hohe Milchleistung zu erzielen, wird den Kühen neben herkömmlichem Futter wie Gras, Heu oder Silage auch immer mehr Kraftfutter verfüttert. Dieses Kraftfutter besteht aus Getreide, Resten der Zucker und Stärkeherstellung, Mais, Raps und Soja. Kühe mit über 10.000 Liter Milch pro Jahr erhalten mehr Kraftfutter als herkömmliches Futter. Seit einiger Zeit ist das auch ein ökologisches Problem. Um die großen Mengen des Kraftfutters herstellen zu können wird für den Sojaanbau Regenwald abgerodet, damit wir billigere Milch bekommen. Immer häufiger wird auch genmanipuliertes Soja eingesetzt, die Kontrolle darüber haben wir längst verloren. Gefüttert wird die Hochleistungskuh von heute die ganzjährig im Stall steht überwiegend mit Mais. Der Mais wird mit massivem Einsatz von Düngern und Pestiziden erzeugt. Hohe Nitratwerte und Pestizidrückstände sind immer häufer im Grundwasser.
Zuviel Kraftfutter ist für die Tiere eine enorme physiologische Belastung die häufig zu Krankheiten führt. Außerdem ist es wissenschaftlich belegt das Kühe die glücklich auf der Weide grasen nicht nur das bessere Leben haben sondern auch eine bessere Rohmilch geben. Entscheidend dabei ist es das die Kühe frisches Gras und im Winter Heu fressen. Die Rohmilch dieser Kühe hat mehr als die doppelte Menge an Omega 3 Fettsäuren als von Kühen im Stall die mit Mais und Kraftfutter gefüttert werden.

Die Kuh ist für Gras und Heu gemacht

Die Stärke des Rindes ist seine Verdauung. Eine Kuh ist für Rauhfutter gemacht und das ist Gras und Heu. Sie kann keine hochkonzentrierten Kohlenhydrate wie Stärke und Zucker, wie sie im Kraftfutter vorhanden sind, verdauen. Eigentlich sei die Kuh sogar einer der schlechtesten Kohlenhydratverdauer, die es gibt. Eine Kuh kann nur wenig von der Stärke verdauen. Um diese zu verdünnen, bildet das Rind im Pansen Pansenzotten. Diese Zotten sind kein Zeichen für eine gute Verdauung, sondern für eine nicht tiergerechte Fütterung. Eine nicht artgerechte Fütterung führt zu Problemen. Keine Kuh wird Knochen und Fleisch fressen, wir Menschen aber haben es zu Mehl gemahlen und dem Kraftfutter beigemengt, die Folge war eine Katasrophe namens BSE.

Es geht auch ohne Kraftfutter

Die Schweizer Studie „Feed no Food“ mit 73 beteiligten Betrieben bringt beachtliche Ergebnisse: Auf den Betrieben (darunter Hochleistungsbetriebe) wurde das Kraftfutter schrittweise reduziert bzw. ganz weggelassen. Dabei stellte sich heraus, dass die Kraftfutter Reduktion nie auf Kosten der Langlebigkeit oder Fruchtbarkeit ging und es keine signifikante Änderung bei Milchmenge und Inhaltsstoffen gab. Nach zwei Jahren ohne Kraftfutter zeigte sich, dass die Kühe zwar eine niedrige Erstlingslaktation aufweisen, in den Folgelaktationen aber die Milchleistung stieg. Die Studie widerlegte auch eine allgemeine Meinung: „Aus 1 kg Kraftfutter kann die Kuh 0,6 kg Milch produzieren, nicht wie vielfach angepriesen 2 kg. Bedenkt man dies, ist Kraftfutterzukauf eher kontraproduktiv.“ Ott füttert seinen Kühen neben Feldfutter (Luzerne und Kleegras) hauptsächlich Heu, Gras und nur wenig Silage. Sein Betrieb liegt auf rund 300 m Seehöhe, der Pflanzenbestand ist hier sehr reich an Inhaltsstoffen. Deshalb rät Ott auch, die Kuh dem Standort anzupassen. Er gibt vor, wie viele und welche Kühe gehalten werden können. „Weltspitzengenetik passt auch nicht auf jeden Betrieb. Der Standort ist überall unterschiedlich, die genetische Vielfalt wird unter den Rindern aber immer kleiner. So vielfältig wie die Standorteigenschaften muss jedoch auch die Rinderpopulation sein, damit ein natürliches Gleichgewicht erhalten bleiben kann“, fordert Ott.

Eine Milchkuh ernährt einen Menschen

Die durchschnittliche europäische Hochleistungskuh frisst im Jahr rund 2,5 t Kraftfutter. Davon könnten fünf Menschen ein Jahr lang leben. Von der Milch die sie gibt, kann nur ein Mensch leben. Würden Deutschland und Frankreich kein Kraftfutter mehr füttern, könnten rund 1 Mrd. Menschen ernährt werden, ohne dass mehr Fläche notwendig ist. Das gibt zu denken. „Natürlich kommen einige Landwirte nicht darum herum, Kraftfutter zu füttern, weil der Pflanzenbestand zu wenig Eiweiß oder Energie aufweist. Da ist eine Zufütterung auch notwendig!“ Conclusio: Wenn der Pflanzenbestand optimal ist und die Rahmenbedingungen passen, ist es laut Ott eigentlich nicht nötig, Kraftfutter zuzufüttern. Schluss­endlich muss aber jeder Landwirt sebst entscheiden, welche Philosophie für ihn die richtige ist.
Quelle: Landwirtschaftskammer Salzburg - Geht es auch ohne Kraftfutter - Autoren Andrea Fürstaller und Reinhard Schröcker

Nachruf auf Dolores

Schon vor 20 Jahren erschien im Spiegel der Nachruf auf Dolores

Sicher etwas überzeichnet aber einprägsam.... Niemand kannte Dolores, außer dem Bauern. Dolores wurde vier Jahre alt. Sie hatte keine Eltern. Der Samen, aus dem sie gezeugt war, stammte aus der Tiefkühltonne. Welche von den 13 Kühen, die im Stall standen, als Dolores am 12. August 1992 in der Welt erschien, ihre Mutter war, wußte sie nicht.
Am 30. September 1992 kam der Mensch zu dritt. Zwei Männer zerrten Dolores aus ihrem Gefängnis, drängten sie in eine Ecke des Stalls und hielten sie fest. Der dritte stellte sich über Dolores, packte sie am rechten Ohr, drückte ihren Kopf an seinen Bauch. Er setzte den Thermokauter an, ein heißes Gerät, das einem Lötkolben glich, hielt es auf den Schädel des Tieres, drehte den Kolben ins Lebendige, bis dort, wo vorhin junges Horn war, ein Loch klaffte. Dolores wand sich unter dem Gewicht der drei Männer. Dann brannten sie auch das linke Horn aus ... >>> Nachruf auf Dolores

Red. 04.04.2017 - Experten und Quellenverzeichnis